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Es gilt tief hinab zu tauchen in eine sagenumwobene Landschaft voller deutscher Kulturgeschichte in Rumänien. Vor über 800 Jahren besiedelten unsere Vorfahren diesen fruchtbaren Landstrich im Karpatenvorland und bauten Strukturen auf, die bis heute den Reisenden in ihrer Ursprünglichkeit faszinieren: Dörfer und Städte mit beeindruckenden Wehrkirchen. Obwohl längst EU-Mitgliedsland, scheint besonders in Siebenbürgen die Zeit vielerorts noch stehen geblieben zu sein. Ortschaften mit Wasserversorgung über Ziehbrunnen, in der Abenddämmerung gemütlich heimschaukelnde Kuhherden auf Dorfstraßen und auf Hofbänken schwatzende Mütterchen vermitteln eine Muße, wie wir sie bestenfalls noch aus Filmen über das 19. Jahrhundert kennen. Neben einmaligen Trutzburgen sind insbesondere Städte wie Schäßburg, Kronstadt und Hermannstadt (Weltkulturerbe) einen Besuch wert. Traditionen unserer Vorfahren werden insbesondere an der deutschen Universität in Klausenburg und an vielen deutschen Gymnasien bis heute gepflegt, ebenso in Festen und Prozessionen zu feierlichen Anlässen. Der Dresdner Reisejournalist Jan Hübler bereist diese deutsch geprägte Kulturlandschaft seit DDR-Zeiten (1984) über 40 Jahre in einem langen Zeit- und Spannungsbogen. Von seiner letzten Motorrad-Reise im Sommer diesen Jahres 2025 hat er mit bestechenden Bildern und Filmsequenzen eine aktuelle Bestandsaufnahme dieses Landes vorgelegt, das zwischen Pferdefuhrwerk und Porsche zunehmend erfolgreich den Spagat meistert, seinen Weg zwischen reichgesegneter Vergangenheit und krass hereinbrechendem Kapitalismus zu finden.
quelle: reise-kneipe.de