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Auf dem aktuellen Album von JOSÉ GONZÁLEZ, ist unschwer zu erhören, dass sich der schwedische Künstler große Sorgen um die Zukunft macht. Nicht unbedingt um seine eigene, sondern um die der Menschheit. Insbesondere der rasante Fortschritt der KI, den er als größte Bedrohung für unsere Spezies ansieht und der daher ein zentrales Thema von „Against The Dying Of The Light“ ist, treibt ihn um. Aber wie der Titel schon andeutet, ist González kein Weltuntergangsprophet, der sich mit dem Schicksal abgefunden hat. Er ist nicht nur ein Mann der Wissenschaft und Vernunft – er war auf dem besten Weg zu einem Doktortitel in Biochemie, als seine Musikkarriere begann –, GONZÁLEZ erkennt auch die enormen Vorteile der KI, wenn sie verantwortungsbewusst eingesetzt wird. Er ist auch ein Humanist mit Hoffnung und Mitgefühl. Welcher seine Musik dafür einsetzt, jahrtausendealte Denkmuster zu überdenken und Verhaltensweisen zu ändern, die unser Vorankommen behindern. Diese Art von Botschaft ist nichts Neues für den schwedischen Künstler, der international für seine intimen, folkigen Kompositionen, sein klassisch geprägtes Fingerpicking und seinen sanft-ausdrucksstarken Gesang bekannt ist. So setzte er sich auf seinen vorangegangenen Alben unter anderem für effektiven Altruismus, Ökomodernismus und säkularen Humanismus ein, forderte seine Zuhörer dazu auf, sich bewusst und unverzüglich zu engagieren. Jahre später erfordert die dramatische Verdunkelung der Welt nun einen unverblümteren Ausdruck, der von einem neuen Ton getragen ist. Einem eindringlicheren, oft frustrierten und sogar wütenden Ton. Erneut erweist sich JOSÉ GONZÁLEZ als wahrer Meister der Trojaner-Lyrik. Indem er dunkle und schwierige Themen mit sanften Rhythmen, unwiderstehlichen Melodien und zurückhaltend emotionalem Gesang in unser Bewusstsein rückt. Denn, so GONZÁLEZ: „Wir alle sind, auch wenn wir vieles kognitiv erfassen, immer noch einzigartige ´primates who can’t help but sing´”.
Quelle: Beatpol Dresden