Während der Zeit des Nationalsozialismus gab es überall in Deutschland oppositionelle Jugendgruppen. Bis zu 1500 Mädchen und Jungen trafen sich ab Mitte der 1930er Jahre in Leipzig in Jugendcliquen jenseits der Hitlerjugend und lehnten sich gegen den Nationalsozialismus auf. In diesem Buch kommen erstmalig frühere Meutenmitglieder zu Wort. Interviews und Erinnerungsberichte, Auszüge aus Prozessakten, begleitende Texte sowie bislang unveröffentlichte Fotos ermöglichen eine Spurensuche zu einer der größten oppositionellen Jugendbewegung während der NS-Zeit. Der Autor und Historiker Sascha Lange hat mehr als zehn Jahre zu diesem Thema geforscht.
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»Die Geschichte der Leipziger Meuten« ist ein eindrucksvolles und umfassendes Zeugnis über jugendliches Aufbegehren und Kampf um Freiräume in der Zeit einer furchtbaren Diktatur. Ein Buch über Jugendkulturen, Nonkonformität, Opposition und Widerstand. Zu den Meuten wechselten auch HJ-Mitglieder, da ihnen dort das zwanglose Jugendleben viel attraktiver erschien. Die Mädchen und Jungen gingen selbstbestimmt wandern oder trafen sich in ihren Stadtteilen auf der Straße. Und man wurde gegen die HJ aktiv: mit Streuzetteln und Schlägereien. In kleineren Runden hörte man verbotene Radiosender und diskutierte über ein Deutschland ohne Nazis. Gestapo und Justiz verfolgten die Meuten, es kam zu Prozessen vor dem Volksgerichtshof wegen »Vorbereitung zum Hochverrat« , einige wurden in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt.
Sascha Lange, in Leipzig geboren, absolvierte eine Ausbildung zum Theatertischler und arbeitete bis 1993 als Bühnenhandwerker an der Leipziger Oper und am Schauspielhaus. Anschließend studierte er Geschichte, Journalistik und Politikwissenschaft an der Universität Leipzig und promovierte 2009 zum Thema »Jugend zwischen Nichtanpassung und Widerstand in Leipzig während der NS-Zeit«. Sein Buchdebüt »DJ Westradio« erschien 2007, der Roman »Das wird mein Jahr« folgte 2011. Seit 2009 arbeitet er als freiberuflicher Autor und Historiker mit dem Schwerpunkt Jugendkulturen im 20. Jahrhundert. Dazu publiziert er und absolviert bundesweite Vortragstouren. Als wissenschaftlicher Berater ist Lange u. a. für das Schauspiel Leipzig, die Gedenkstätte Deutscher Widerstand Berlin, die Gedenkstätte Buchenwald, das Schulmuseum Leipzig und den Mitteldeutschen Rundfunk tätig. 2018 wurde seine aktuelle Publikation, »Behind The Wall — Depeche Mode-Fankultur in der DDR«, veröffentlicht. 2025 wurde er im Leipziger Kulturmagazin »Kreuzer« als einer der 100 wichtigsten Leipziger benannt.
Quelle: Societätstheater