von Bertolt Brecht
mit Musik von Paul Dessau
Landesbühnen Sachsen
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Ein Theaterstück über die Rettung eines Kindes in Zeiten des Umsturzes und über Chancen, die Welt zum Besseren zu verändern.
Es ist eine sehr alte Geschichte; man erzählt sie in China, man kennt sie aus dem Alten Testament. Zwei Frauen streiten, wer die rechtmäßige Mutter eines Kindes sei. Ein Richter entscheidet durch ein »Tauziehen«. Die eine zerrt mit aller Kraft am Kind, die andere lässt es los – und bekommt es zugesprochen. Brechts Version spielt in Zeiten des Umsturzes.
Der Krieg ist verloren, die Fürsten putschen, der Großfürst flieht. Natella, Gattin des hingerichteten Gouverneurs Abaschwili, rettet sich und lässt ihren kleinen Sohn zurück. Die einfache Magd Grusche nimmt den Säugling als ihr eigenes Kind an. Um ihn durchzubringen, ist sie zu jedem Opfer bereit. So gelingt es ihr, den Jungen, der der Stammhalter Abaschwilis ist, vor den Häschern zu retten, die ihn ergreifen wollen. Doch als die alte
Ordnung wiederhergestellt ist, fordert Natella ihren Sohn zurück. Azdak muss den Streit entscheiden. Während der politischen Wirren auf dem Richterstuhl gelandet, spricht der Querkopf scharfsichtig und besoffen Recht für die Rechtlosen.
Nicht der Mutter, sondern der »Mütterlichen«, die es aufzog, erkennt er das Kind zu. Bei Brecht zählt, »dass da gehören soll, was da ist, denen, die für es gut sind.«INSZENIERUNG Manuel Schöbel
Quelle: Theater Meissen