Johann Christian Günther - Dichter! 1695 - 1723
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Es war die Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert – vom so genannten Barockzeitalter zur Aufklärung. Günther lebte also in einer literarischen Zeitenwende, die seine Gedichte widerspiegeln.
Allerdings gab es nur wenige Möglichkeiten für einen Dichter, mit seinem Talent frei umzugehen. Dichter waren von bürgerlichen Beruf Schulmänner, Universitätsprofessoren, Geistliche oder sie waren reich und selbstständige Bürger in großen Städten. Sie bezeichnen ihre Gedichte selbst als Produkte von "Nebenstunden" und bestimmten sie auch ausdrücklich zum Ergötzen der Leser in deren "Nebenstunden". Am nicht fest angestellten Dichter haftet der Makel des Müßiggängers, des unmoralischen Bänkelsängers.
Günther, der verzweifelt und vergeblich um seine Existenz kämpfte, überragte an Talent seine Zeitgenossen. Seine Berufslosigkeit hatte eine ihm eigene Unabhängigkeit im Dichten zur Folge, einen ungewohnt persönlichen Ton. An seinen materiellen Existenzbedingungen ging er mit 27 Jahren hilflos zu Grunde.
BESETZUNG
REZITATION / LESUNG Corinna Harfouch
MUSIK / GITARRE Stefan Maass
Quelle: Theater Meissen