Bühne
Winterreise - eine Reise an die Abgründe deiner Seele szenische Interpretation frei nach Franz Schubert
Fr | C. Bechstein Centrum Dresden GmbH**Kein museales Kunstwerk. Eine Winterreise unserer Zeit.**
Schuberts **„Winterreise“** gilt als einer der bedeutendsten Liederzyklen der Romantik: ein Werk über Einsamkeit, Entfremdung, Verlust, Sehnsucht und die leise Möglichkeit von Hoffnung.
Und doch wird sie bis heute oft behandelt wie ein museales Meisterwerk: Der Sänger steht steif neben dem Flügel. Die Pianistin begleitet. Das Publikum lauscht ehrfürchtig aus sicherer Distanz.
Aber wie kann das sein – bei der Energie, der Dringlichkeit und der inneren Radikalität dieser Musik?
Die **„Winterreise“** ist kein schöner Liederabend. Sie ist ein Gang an die Ränder des Menschlichen.
Das Duo **ju:st Lied** nähert sich Schuberts Zyklus szenisch, räumlich und körperlich. **Julia Aldinger** und **Stefan Bien** lösen die „Winterreise“ aus der reinen Konzertform. Stimme, Klavier, Körper, Raum und Stille treten miteinander in Beziehung.
Der Sänger bleibt nicht einfach neben dem Flügel stehen. Der Raum wird Teil der Erzählung. Das Publikum wird nicht nur Zuhörer, sondern Gegenüber. Nähe, Distanz, Bewegung, Blick, Atem und Stille werden zu musikalischen Mitteln.
So entsteht kein historisches Ausstellungsstück, sondern ein Erfahrungsraum: unmittelbar, verletzlich, intensiv. Inszeniert wird diese Winterreise von der jungen, mehrfach ausgezeichneten Berliner Regisseurin **Lea Willeke**.
Eine Reise zu den Abgründen der menschlichen Seele – mit Mut und persönlicher Wahrheit.
Diese Interpretation fragt weniger: Wie wurde Schubert früher aufgeführt? Sie fragt: Was geschieht, wenn diese Musik heute wieder wirklich durch uns hindurchgeht? Was passiert, wenn ein Mensch aufbricht, obwohl er innerlich längst erschöpft ist? Wenn Liebe, Verlust und Hoffnung ineinanderfallen? Wenn aus Kälte plötzlich Erkenntnis wird?
Aus dem klassischen Liederabend entsteht ein Bühnenmoment zwischen Konzert, Erzählung und persönlichem Bekenntnis.
**Stimmen aus dem Publikum zu dieser Interpretation:**
„Man hätte eine Stecknadel fallen hören.“
„Ich bin fix und fertig, aber glücklich.“
„Ich habe die Winterreise schon oft gehört, aber das war einmalig.“
„Sie müssen schon viel erlebt haben, um das so singen zu können.“
„Frau Aldinger spielt den Schubert mit solch einer Leichtigkeit – einmalig.“
Und auch Widerspruch gehört zu dieser Arbeit:
„Nein, das geht gar nicht, das können Sie so nicht machen.“
Denn diese Winterreise sucht keine Gefälligkeit. Sie sucht Wahrheit.
Julia Aldinger und Stefan Bien begegnen Schuberts **„Winterreise“** nicht aus akademischer Distanz, sondern aus gelebter Erfahrung: die Pianistin, die nach Jahren in Wissenschaft und Familie zur Liedkunst zurückkehrt; der Sänger, der nach Erschöpfung, Umbruch und Neuorientierung seine Stimme findet.
So entsteht ein Abend über Fortgehen und Wiederfinden. Über Verstummen und Rückkehr zur Sprache. Über Kälte, Sehnsucht und die leise Möglichkeit von Hoffnung.