Lesung / Vortrag / Gespräch
Tannenhäher und Zirbelkiefer – kein Weihnachtsmärchen, aber großer ökologischer Zauber 258. Zoologisches Kolloquium
Do | Senckenberg Naturmuseum Dresden-
Dr. Eike-Lena Neuschulz, Senckenberg Biodiversität und Klimaforschungszentrum Frankfurt
Tannenhäher und Zirbelkiefer sind ein Paar, das häufig miteinander anzutreffen ist. Die Samen der Kiefer stecken in einem Zapfen, der sich – anders als bei den meisten Nadelbäumen – nicht von selbst öffnet. Zum Glück gibt es den Tannenhäher, der sich in den Alpen überwiegend von Zirbelkiefersamen ernährt und dazu die Zapfen aufhackt. Als Vorrat für den Winter vergräbt der Vogel im Herbst zusätzlich Samen im Boden und trägt somit zur Ausbreitung der Baumart bei. Doch wie harmonisch ist diese enge Beziehung zwischen Vogel und Baum eigentlich? Lassen sich die schlauen Rabenvögel beim heimlichen Verstecken der Samen beobachten? Und wenn ja, ist es überhaupt möglich, die Vögel zu fangen, zu beringen und zu besendern, um ihre Bewegungsmuster zu erforschen? In diesem Vortrag berichte ich über meine langjährigen Forschungen zur faszinierenden Beziehung zwischen Tannenhäher und Zirbelkiefer, die vielleicht nicht gerade einem Weihnachtsmärchen gleicht, aber doch einen enormen ökologischen Zauber innehat.
quelle: museumdresden.senckenberg.de