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Der Tintenklecks als Abstoßpunkt ins Meer der Fantasie, die Fotografien, auf denen alle gleich (alt) und bürgerlich aussehen, die Abendzigarette vor dem Haus, die einer Askese eher gleicht als einer Sucht, die Spieluhr, die noch einmal klimpert, der Volksempfänger, der noch einmal brüllt; der Haken des Selbstmörders neben dem Kronleuchter. Die Dinge stehen für das Schweigen ihrer einstigen Besitzer und müssen doch eine ganze Menge „wissen“. Beharrlich betrachtet, öffnen sie sich und geben dieses Wissen preis.
Wunderbare Miniaturen spinnen sich mühelos zu einer Erzählung, die an Welthaltigkeit einem Roman in nichts nachsteht. Jede Generation hat irgendwann ihre gute alte Zeit! Im privaten Raum, in der Wohnung des Autors spiegeln sich die großen Umwälzungen der Zeit. Und stets bricht das Gelesene in die Erinnerung ein, die Liebe zur Literatur, und färbt das Private, das Persönliche neu. Die Beschreibungskunst dieses Autors lässt sich nicht hoch genug einschätzen!
erich kästner haus für literatur