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Je suis Z ou … entstand aus einer existenziellen Notwendigkeit.
Nicht aus dem Wunsch, „ein Stück zu machen“, sondern aus dem Bedürfnis, auf der Bühne etwas zum Leben zu erwecken, das lange verborgen blieb, ohne Worte und ohne Raum.
Als Kind konnte ich nicht darüber sprechen. Wie viele Kinder, die in China aufgewachsen sind, habe ich mich in einem sehr anspruchsvollen Bildungssystem entwickelt, das auf Disziplin, Leistung und ständigem Vergleich basiert. Der Körper musste stillhalten, die Sprache sich fügen, Fehler waren nicht erlaubt. In der Schule wie zu Hause waren die Erwartungen hoch, manchmal erdrückend. Anerkennung bedeutete Erfolg. Geliebt zu werden, hing oft von Gehorsam und Schweigen ab.
Ungerechtigkeiten, Demütigungen und subtile Gewalt durften nicht ausgesprochen werden. Sie hatten keinen Platz. Sie schrieben sich anders ein: in den Körper, ins Gedächtnis, in ein anhaltendes Schweigen. Dieses Stück ist meine Art, an den Ort zurückzukehren, an dem etwas erstarrt ist.
Je suis Z ou… ist weder eine lineare Erzählung noch ein psychologisches Zeugnis. Es ist ein Theater des fragmentierten Erinnerns, des diskontinuierlichen Zurückkehrens. Die Vergangenheit taucht in Bildern, Gesten und Brüchen auf. Die Bühne wird zu einem Raum der Rückkehr, aber auch der Verschiebung: ein Ort, an dem das Erlebte aus der Perspektive der Gegenwart neu betrachtet werden kann.
Die Beziehung zum Publikum steht im Zentrum der Inszenierung. Z beginnt nicht allein auf der Bühne. Sie ist zunächst im Zuschauerraum, unter den Zuschauern. Sie beobachtet sie, spricht einfach mit ihnen, teilt einen Tee, eine Geste. Dieser Moment verwischt die Grenzen zwischen Leben und Darstellung. Das Publikum wird nicht als Beobachter, sondern als Begleiter einer Reise positioniert.
Z erscheint nicht als Figur, sondern als menschliche Präsenz. Diese Nähe schafft ein fragiles Vertrauen, das notwendig ist, damit die Erzählung aufrichtig existieren kann.
Humor spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Er ermöglicht Atempausen. Er entsteht durch kindliche Worte, direkt, manchmal naiv, manchmal unbeholfen, angesichts von Situationen, die zu schwer für sie sind. Er verhindert, dass das Stück in einer einzigen Emotion erstarrt, und hält die Bewegung zwischen Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit aufrecht.
Als Regisseurin und Darstellerin hat mir dieses Projekt erlaubt, meine Geschichte wieder in Besitz zu nehmen, aber auch zu verstehen, warum ich Theater mache. Nicht um zu erklären, nicht um darzustellen, sondern um einen Raum zu öffnen. Einen Raum, in dem Intimes zirkulieren kann, in dem andere sich wiederfinden können oder einfach anders zuhören.
Dieses Stück heute zu teilen, bedeutet, diese Geste fortzusetzen. Es bedeutet, zu akzeptieren, dass Persönliches teilbar wird. Und daran zu glauben, dass Theater ein Raum ist, um aufrecht zu stehen, im Angesicht anderer.
Jing ZHU
Quelle: Projekttheater