Bühne
Bodies in Transition Eine körperliche Erforschung kultureller Einflüsse
Mi | projekttheater dresden-
… eine choreografische Zusammenarbeit von Felix Chang und Kornelija Aleksaitė.
Das Stück spürt der Frage nach, wie sich kulturelle Einflüsse in den Körper einschreiben und durch Tanz neue, hybride Identitäten formen. Im Zentrum stehen die individuellen Körperbiografien der Tänzer*innen aus Taiwan, Litauen und Deutschland.
Ihre Bewegungen dienen als Medium, um persönliche Erinnerungen, die Erfahrung des Ankommens und die feinen Nuancen kultureller Prägung sichtbar zu machen. Das Projekt verwebt östliche und westliche Tanztechniken mit dem Konzept des Wabi-Sabi. Durch diese körperliche Forschung entstehen neue Wege der Bewegungsentwicklung, die über traditionelle Formen hinausgehen.
Die Aufführung lädt das Publikum zudem durch interaktive Elemente ein, Teil dieses Prozesses zu werden. Es ist ein intimes, körperliches Gespräch über das, was bleibt, was sich verändert und wie wir uns durch Bewegung begegnen.
Der Künstler: Felix Chang
Felix Changs künstlerische Arbeit begreift den Körper als lebendiges Archiv. In einem forschungsorientierten Ansatz dekonstruiert er tiefe physische und kulturelle Erinnerungen, wobei er Einflüsse aus taiwanesischen Kulturphilosophien, dem klassischen chinesischen Tanz und zeitgenössischen Strömungen miteinander verwebt.
Durch Prinzipien wie die Artikulation von Gesten, verlängerte Atemtechniken sowie spinale und zirkuläre Bewegungsabläufe übersetzt er Tradition in zeitgenössische choreografische Systeme.
In Projekten wie WúJìn (2023) – inspiriert vom Klassiker Shanhaijing – untersuchte er Präsenz und die raumbildende Kraft minimaler Bewegung. Werke wie WúXíng, Wú|Yī, Inner, WILL TIME CARRY YOU SOMEPLACE I CANNOT FOLLOW? sowie If You Can See Me (2. Preis, Pfefferberg Theater, 2020) zeugen von dieser sich stetig weiterentwickelnden Formensprache.
Geprägt durch präzise physische Kontrolle und eine ausgeprägte Sensibilität für raumzeitliche Gefüge schafft Chang geteilte sensorische Erfahrungsräume. Hier trifft historische Resonanz auf die Unmittelbarkeit des Augenblicks und lädt das Publikum zu gesteigerter relationaler Wahrnehmung und verkörperter Reflexion ein.
Quelle: Projekttheater