Vor 20 Jahren wurde der Malerweg in Sachsen neu belebt – seine historische Route führte einst über Hřensko (Herrnskretschen) bis in die Böhmische Schweiz. Die Sonderausstellung „Unverfälscht – Robert Sterl in der Böhmischen Schweiz“ nimmt dieses Jubiläum zum Anlass, den Spuren Robert Sterls (1867–1932) in jener Landschaft zu folgen.
Anfang der 1890er Jahre hielt sich der junge Künstler gemeinsam mit seinem Freund Wilhelm Claudius (1854-1942) mehrere Wochen im nahe Hřensko gelegenen Janov (damals Johnsdorf) auf und schuf eindrucksvolle Pleinair-Zeichnungen. Auf der Suche nach einem unverfälschten Blick auf Mensch und Natur wandte sich Sterl vom akademischen Ideal und den bedrückenden Szenen städtischer Armut ab. Statt spektakulärer Felslandschaften hielt er Gärten, Bauernhäuser und vor allem Kinder des ländlichen Alltags fest. Geprägt von den Eindrücken seiner Frankreichreise und dem französischen Impressionismus fand er hier zu einer Bildauffassung, die seine weitere künstlerische Entwicklung prägte. Zeichnungen, ergänzt durch Ölbilder, Skizzen und Briefe, geben Einblick in diese Schaffensphase. Zugleich beleuchtet sie die Freundschaft zwischen den beiden Illustratoren und Impressionisten Robert Sterl und Wilhelm Claudius.