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Correggio, Michelangelo und Raffael – im Dresdner Kupferstich-Kabinett sind sie alle vertreten. Doch neben den bekannten Werken dieser Meister bergen die reichen Bestände viele weitere Entdeckungen. Die Präsentation rückt bislang unbeachtete Blätter des italienischen 16. Jahrhunderts ins Licht und zeigt, wie vielseitig Zeichnungsforschung heute ist. Gemeinsam mit internationalen Fachkolleginnen und -kollegen hat das Museumsteam über 700 Zeichnungen aus der eigenen Sammlung unter die Lupe genommen.
Im Verlauf eines mehrjährigen Katalogisierungsprojekts wurden Zuschreibungen neu bewertet, Bildthemen entschlüsselt, Zusammenhänge erschlossen, Verborgenes freigelegt und nicht zuletzt lebhaft diskutiert. 25 ausgewählte Blätter geben nun Einblick, welche Fragen die Arbeit geleitet haben und welche spannenden Funde zutage kamen.
Zwei Blätter ließen sich etwa dem heute kaum geläufigen Bologneser Nosadella (–1571) zuweisen, dessen temperamentvoller Strich seinen Figuren besondere Ausdruckskraft verleiht; ein drittes Blatt dürfte aus seinem Umfeld stammen. Andere Werke wurden aus Fragmenten wieder zusammengefügt, darunter eine Zeichnung, die sich als Vorarbeit von Dirck Hendricksz, gen. Teodoro d’Errico (1542–1618), für ein Altarbild in Santa Maria a Vico bei Neapel erwies.
Ein Glanzlicht bildet die virtuose Studie von Parmigianino (1503–1540) für eine Apostelfigur und einen Knaben. 2023 von Dr. Henning Hoesch geschenkt, ist das Blatt hier erstmals öffentlich zu sehen – ein Sinnbild für die verbindende Kraft des Sammelns und Forschens.
skd.museum