Ausstellungen
AURUM VANITAS Malerei von Christian Manss
– Städtische Galerie Dresden - Kunstsammlung (Museum Dresden)-
Landschaftsbilder werden häufig nach konkreten Vorlagen gemalt - nicht so bei Christian Manss. Der Künstler erfindet seine Ansichten völlig frei. In einem mehrstufigen Prozess erschafft er aus Gold und Schwarz felsig-karge Szenerien. Die Farben lässt er verlaufen und tilgt sie teilweise wieder. Geometrische Formen erscheinen als farbige Fremdkörper am Horizont, schieben sich in den Bildraum oder stehen unvermittelt in der Landschaft und hinterfragen damit deren Existenz. Das Gold scheint kostbar, ist aber vergänglich: AURUM VANITAS.
Indem der Künstler in seinen Bildern keine realen Orte zeigt, sondern Bildräume erzeugt, die zwischen realer Anmutung und Suggestion oszillieren, verweist er auf die Möglichkeit, Landschaft nicht als gegebene Wirklichkeit zu betrachten, sondern als Konstruktion – als Denkbild. Seine Malerei ist dabei weder nostalgisch noch rein konstruktiv. Sie schwingt zwischen Geste und Struktur, zwischen Flüchtigkeit und Substrat, zwischen Fläche und Raum – und nicht zuletzt zwischen der Sehnsucht nach Natur und dem Bewusstsein über ihre Konzeption. Somit sind diese Werke mehr als Bilder: Sie sind Angebote zum Betrachten, Erinnern und Verwerfen. Orte, die existieren und zugleich verschwinden. Einmal betreten, entziehen sie sich schon wieder – wie die Unschuld.
Quelle: Museen der Stadt Dresden